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BIM Sondernewsletter 01/2015

Berlinische Galerie - Landesmuseum für moderne Kunst

Im Sommer letzten Jahres musste das Landesmuseum für moderne Kunst seine Türen vorübergehend schließen. Grund dafür war eine defekte Sprinkleranlage, die erneuert werden musste. Innerhalb von zehn Monaten haben wir die Sanierung durchgeführt und damit die Schließzeit so kurz wie möglich gehalten.

Wir freuen uns, dass die Berlinische Galerie am morgigen Donnerstag wieder ihre Pforten öffnet und widmen diesen Sondernewsletter der Wiedereröffnung.

Sven Lemiss                           Birgit Möhring
Geschäftsführer                      Geschäftsführerin

 

 

BIM GmbH

Wiedereröffnung statt vorübergehend geschlossen

Vorübergehend geschlossen galt und gilt für einige Kulturimmobilien in Berlin. Eine von ihnen, die „Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur“ in der Kreuzberger Alte Jakobstraße, kann aufatmen. Am 28. Mai 2015 um 19 Uhr ist es soweit. Es gibt ein Wiedersehen mit der Sammlungspräsentation „Kunst in Berlin 1880 bis 1980“, auch einige Sonderausstellungen werden zu sehen sein.

Im Oktober 2004 bezog die Berlinische Galerie erstmalig ein eigenes Haus in einem ehemaligen Glaslager und gehört seit 2009 zum Bestand der BIM. 2014 musste das Museum für den Publikumsverkehr geschlossen werden, denn bei einer Routineuntersuchung hatte sich herausgestellt, dass die Sprinkleranlage falsch eingebaut worden war. „Da sie Bestandteil der Baugenehmigung ist, befand sich das Haus mit Bekanntwerden der umfangreichen Mängel in einem nicht genehmigten Zustand. Die Schließung drohte, daher musste mit der Bauaufsicht über Kompensationsmaßnahmen verhandelt werden. Damit die Ausstellung ‚Wien-Berlin‘ starten konnte, wurden Brandwachen eingesetzt, die das Gebäude bis zum Baubeginn im Sommer 2014 rund um die Uhr bewacht haben“, beschreibt Lydia Rößiger vom Baumanagement die Situation.



Wenn die Berlinische Galerie feierlich ihre Wiedereröffnung begeht, dann sollte nicht vergessen werden, was insgesamt dafür getan und bedacht werden musste, zumal es sich nicht um ein geplantes Vorhaben handelte. „Im Vorfeld gab es umfangreiche Abstimmungen mit Bauaufsicht und Brandschutzgutachter und Planungen zum erforderlichen Sanierungsumfang. Diese bildeten die fachliche Grundlage zur Erstellung der Hauptausschuss-Vorlage, ohne die nicht hätte saniert werden können.“ Als das Projekt beauftragt und die Finanzierung geregelt war, musste – bevor die Baumaßnahmen in Angriff genommen werden konnten – das Museum leer geräumt und der Bestand gesichert werden. Die professionelle Zusammenarbeit der Bereiche Einkauf, Portfolio-, Property und Baumanagement brachte die nicht alltägliche Aktion erfolgreich zu Ende.

Jetzt war das Umzugsmanagement der BIM gefordert und beauftrage Leistungen, die normalerweise nicht zum Aufgabengebiet von Annette Lolies gehören. „Am 12. Juni 2014 wurden 12 Überseecontainer auf dem Parkplatz der Galerie aufgestellt, in die Inventar, Stühle und die Einrichtung des Museums-Cafés DIX für die Dauer der Baumaßnahme ausgelagert wurden.“ Ein hochsensibles Thema war die Auslagerung der Kunst. In Zahlen ausgedrückt: 327 Exponate, darunter 112 sehr großflächige Farbfotografien, wurden einem europaweit auf Kulturgüter spezialisierten Unternehmen anvertraut und kamen in ein klimatisiertes Depot. Für weitere 86 Werke fand sich ein anderes Depot, darunter waren 74 Architekturmodelle. „Die Ausschreibung der auszulagernden Kunst erfolgte über das elektronische Vergabeportal des Landes Berlin. ‚Normale’ Transport- und Umzugsleistungen habe ich schon mehrfach ausgeschrieben, aber noch nie Kunsttransporte. Das musste sehr kurzfristig geschehen, und daher war ich auf die Zuarbeit der Berlinischen Galerie angewiesen“, beschreibt Annette Lolies ihr Tun.

Eine weitere Herausforderung war die Rückführung der sehr erfolgreichen Ausstellung „Wien-Berlin – Kunst zweier Metropolen“, die vom Oktober 2013 bis Januar 2014 in Berlin zu sehen war, anschließend in das Wiener Museum Belvedere geschickt wurde, wo sie bis Juni 2014 lief. Sie musste nun wieder zurückgeführt werden und kam ebenfalls in das Kunstdepot.

Alles war in Bewegung: Bilderrrahmen, die Bibliothek, Mitarbeiter-Arbeitsplätze, der Verkaufsshop, Vitrinen, Sockel, Stühle, große Rauminstallationen waren abzubauen, Ausstellungskisten mussten gebaut und Graphikschränke, um sie innerhalb des Hauses bewegen zu können, eine Unterkonstruktion erhalten. Die letzte Auslagerung fand am 4. August 2014 statt.



Danach konnte Lydia Rößiger vom Baumanagement starten. Im Juli 2014 begannen die Arbeiten, bei denen die sicherheitsrelevanten Anlagen den Anforderungen eines Museumsbetriebs und den gesetzlichen Vorgaben entsprechend erneuert wurden. Für den Einbau der neuen Sprinkleranlage in die Decke wurde der Innenraum der Berlinischen Galerie mit einem Raumgerüst ausgestattet und die Deckenplatten mitsamt den Beleuchtungsschienen erneuert. Die moderne Hochdruckwassernebellöschanlage schützt nun im Brandfall sowohl die Besucher als auch das Kulturgut. Sie wurde ausgewählt, weil die Löschwassermenge deutlich geringer als bei herkömmlichen Sprinkleranlagen ist und dadurch im Ernstfall die Wassermenge minimiert werden kann. Gleichzeitig wurde die Netzersatzanlage erweitert, die im Brandfall die Stromversorgung für die Brandschutzanlage gewährleistet.

Damit nicht genug. „Auch die Mängel an anderen sicherheitsrelevanten Anlagen, wie der Brandmeldeanlage und der elektroakustischen Alarmierungsanlage, wurden beseitigt und die Entrauchungsanlage sowie die Einbruch- bzw. Überfallmeldeanlagen saniert. Wenn hinterher alles so aussehen wird, wie zuvor, so wurden doch hinter den Kulissen grundlegende technische Mängel beseitigt, um den sicheren Betrieb der Berlinischen Galerie zu gewährleisten“, ergänzt Lydia Rößiger.

Mit den Rückraumarbeiten und der Einrichtung der Sammlung konnte im Februar 2015 begonnen werden.- Bedenkt man den Einsatz und den Umfang aller Aktivitäten zusammen genommen, so erscheinen sechs Millionen € für die Sanierung gegenüber vorher erforderlichen Kompensationsmaßnahmen für den Einsatz von Brandwachen in Höhe von 1,3 Mio. € mehr als gerechtfertigt. 

Redaktion: Kristina Behnke
BIM GmbH
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